
Ein wolkenloser Oktobertag in Tromsø: morgens Rentiere auf Kvaløya und der Botanische Garten, mittags Hafen, Storgata und ein Bier in Ølhallen, der Kneipe der Mack-Brauerei, zum Schluss die Felsen an der Telegrafbukta. Das Zentrum ist kompakt, das meiste geht zu Fuß.
Bisher kannten wir Tromsø vor allem vom Flughafen und von einem halben Tag im September. Diesmal hatten wir einen ganzen Tag, und der fing nicht in der Stadt an, sondern auf der Straße von Kvaløya herüber. Dort stand ein Rentier am Fahrbahnrand und ließ sich von uns nicht stören.
Tromsø liegt rund 350 Kilometer nördlich des Polarkreises und ist die größte Stadt Nordnorwegens. Das Zentrum liegt auf der Insel Tromsøya, zwischen dem Festland und Kvaløya. Wer mit dem Auto kommt, fährt über Brücken hinein.
Kurz vor elf waren wir im Arktisch-Alpinen Botanischen Garten am Universitätscampus. Im September 2022 waren wir schon einmal hier. Anfang Oktober leuchtete wieder ein Strauch so rot, dass er auf dem Foto fast unecht aussieht. Dahinter liegen der Sund und die Berge auf dem Festland.

Morgens auf Kvaløya


Gegen Mittag waren wir in der Innenstadt. Am Hafen lagen Fischerboote vor den bunten Häusern am Wasser, das Wasser war spiegelglatt. Ein paar Schritte weiter steht ein kleiner alter Kiosk mit Kupferkuppel, in dem heute eine winzige Bar ist. In der Storgata, der Hauptstraße, grinst vor einem Laden ein großer Troll die Passanten an.

Am Hafen


Dann Ølhallen, ebenfalls in der Storgata. Die Bierhalle gehört zur Mack-Brauerei und ist seit 1928 geöffnet. Sie gilt als älteste Kneipe der Stadt. Drinnen gibt es dunkles Holz, Rundbögen und rot-weiße Fliesen. An der Wand hängt das Mack-Schild mit dem Eisbären. Um diese Zeit war der hintere Raum noch fast leer.
Das Bier kam in einem Glas, in das die norwegische Küste eingraviert ist. Tromsø ist rot markiert, darunter verläuft die Linie des Polarkreises. Mehr Lokalkolorit passt kaum auf ein Bierglas.

Ølhallen am Mittag



Am frühen Nachmittag ging es noch an die Südspitze der Insel. An der Telegrafbukta gibt es flache Felsen, ruhiges Wasser und gegenüber eine Bergkette. Bei Sonne ist das ein guter Ort, um nach dem Zentrum durchzuatmen.

Telegrafbukta

Das Zentrum ist kompakt, Hafen, Storgata und Ølhallen liegen wenige Minuten auseinander. Die Eismeerkathedrale und die Talstation der Fjellheisen-Seilbahn liegen auf dem Festland in Tromsdalen, auf der anderen Seite der Tromsøbrua. Man kann die Brücke zu Fuß überqueren oder den Bus nehmen. Wer abends bleibt, hat von Herbst bis ins Frühjahr bei klarem Himmel gute Chancen auf Polarlichter.
Sicher dir die besten Routen für den Norden.
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