
Rovaniemi ist mehr als nur das Weihnachtsmann-Dorf. Die Hauptstadt Finnisch-Lapplands bietet Husky-Safaris, Schneemobil-Touren, Rentiere und gemütliche Kota-Feuer — Erlebnisse am Polarkreis, die auch abseits der Hauptattraktion lohnen.
Der Schnee knirscht unter den Stiefeln. Ein kalter Wind weht. Wir stehen direkt auf der Linie des nördlichen Polarkreises, mitten im Santa Claus Village. Neben uns begrüßt ein mannshoher Schneemann mit rotem Schal die Besucher, hinter ihm ragt der spitze Turm des Santa Claus Office in den strahlend blauen Himmel. Genau hierhin wollten wir: einmal sehen, was die offizielle Heimat des Weihnachtsmanns wirklich bietet — und was Rovaniemi ist, wenn man dem Trubel den Rücken kehrt.

Empfangskomitee am Polarkreis: Schneemann vor dem Santa Claus Office



Rovaniemi ist die Hauptstadt der nordfinnischen Region Lappland und die offizielle Heimat des Weihnachtsmanns. Er empfängt hier 365 Tage im Jahr Besucher. Rund um sein Büro ist das lebhafte Santa Claus Village entstanden, mit dem Weihnachtsmann-Hauptpostamt, von dem aus Postkarten mit dem begehrten Polarkreis-Stempel in die ganze Welt verschickt werden. Dazu Rentiere mit bunt geschmücktem samischem Geschirr, die geduldig am Holzzaun auf die nächste Schlittenrunde warten.
Die besondere geografische Lage macht Rovaniemi zusätzlich berühmt: Der nördliche Polarkreis verläuft mitten durch den Ort. Das ist mehr als nur ein geografischer Punkt — es ist ein Gefühl. Aber wir wollten uns nicht nur auf den Weihnachtsmann fokussieren. Das echte Lappland beginnt dort, wo die Souvenirshops aufhören.
Das für uns intensivste Erlebnis wartete ein Stück außerhalb: eine Husky-Safari. Schon beim Anlegen der Geschirre bebt die ganze Station vor Aufregung, die Hunde wollen einfach nur los. Und wenn der Schlitten dann durch den verschneiten Kiefernwald gleitet, ist da nur noch das Hecheln der Hunde und das Zischen der Kufen. Nach der Tour bleibt Zeit zum Knuddeln — und die Huskys genießen das sichtlich genauso wie wir.
Am nächsten Tag ging es mit dem Schneemobil weiter, in voller Montur mit Helm und Thermoanzug über zugefrorene Seen und schmale Waldtrassen. Beides lässt sich ab Rovaniemi problemlos buchen, beides zeigt eine Seite Lapplands, die man im Weihnachtsdorf nicht findet.

Startklar: die Huskys können es kaum erwarten



Was uns an Finnisch-Lappland besonders gepackt hat, ist die Kota-Kultur. Diese traditionellen Hütten mit zentraler Feuerstelle stehen überall — mal urig eingerichtet mit Rentierfellen auf den Bänken und gestapeltem Birkenholz, mal als einfache Grillkota am Wegesrand, in der wir unsere Makkara (finnische Bratwurst) am Stock über die Glut gehalten haben. Es gibt kaum etwas Besseres nach Stunden in der Kälte.
Kulinarisch solltest du dir das klassische Lappland-Gericht nicht entgehen lassen: geschmortes Rentierfleisch auf cremigem Kartoffelpüree mit Preiselbeeren. Deftig, ehrlich und genau das Richtige bei Minusgraden.

Drinnen in der Kota: Feuerstelle, Rentierfelle, Birkenholz



So schön die Aktivitäten sind — hängen geblieben sind vor allem die ruhigen Bilder. Der Winterwald in der blauen Stunde am frühen Morgen, wenn sich die schneebedeckten Kiefern als Silhouetten gegen den violetten Himmel abzeichnen. Die tief stehende Morgensonne, die goldene Lichtstreifen durch den Wald wirft und den Schnee glitzern lässt. Eine einsame Kota unter einer dicken Schneehaube. Und abends unser beleuchtetes Ferienhaus zwischen dunklen Tannen, mit frisch geräumtem Pfad zur Tür — der Anblick, auf den wir uns nach jedem Tag draußen gefreut haben.

Morgensonne im Winterwald — der Schnee glitzert im Streiflicht



Unser Besuch hat gezeigt: Rovaniemi ist mehr als nur der Weihnachtsmann. Es ist die Stadt am Polarkreis, das Tor zu Husky-Trails und stillen Winterwäldern — ein Ort mit eigener Identität. Wir kommen wieder.
Wir erstellen dir einen individuellen Reiseplan für Nordnorwegen, Schweden oder Finnland.
Kommentare werden geladen…