
Drei Wochen Nordland, zwei Häuser, ein einziger Umzug. Rückblickend war der Umzugstag der anstrengendste der ganzen Reise — und das sagt viel darüber, wie entspannt der Rest war.
Der Flug landet nachmittags, es ist bereits dämmrig. Mietwagen holen, einkaufen, dann drei Stunden nach Süden. Wir kommen im Dunkeln in Balsnes bei Ballangen an, finden den Lichtschalter nicht auf Anhieb und heizen erst mal.
Am nächsten Morgen sehen wir zum ersten Mal, wo wir eigentlich sind: ein Haus am Hang, darunter der Fjord, gegenüber eine Bergkette. In den folgenden neun Nächten werden wir dieses Bild ungefähr hundertmal fotografieren, weil es nie zweimal gleich aussieht.

Der erste Morgen in Balsnes



Die ersten drei Tage sind wie Urlaub überall: Man erkundet, fährt die Umgebung ab, sucht Aussichtspunkte. Wir sind in dieser Zeit selten weiter als zehn Kilometer vom Haus weggekommen. Das war keine Absicht, es gab einfach genug in Reichweite.
Ab Tag vier passiert etwas, das wir vorher nicht kannten. Man hört auf zu suchen. Der Weg zum Fjord ist bekannt, die Stelle mit dem besten Blick auch, und man geht nicht mehr hin, um sie zu sehen, sondern um zu schauen, wie sie heute aussieht. Das ist ein anderer Modus.
Der einzige längere Ausflug in dieser Woche ging nach Süden Richtung Efjord, gut zwanzig Kilometer eine Strecke. Auf der Rückfahrt am 15. November stand ein Elch zwischen den Birken, keine zehn Meter von der Straße. Wir haben angehalten, er ist geblieben, wir sind eine Weile stehen geblieben. So etwas plant man nicht.
Langweilig wurde es nicht. Es wurde ruhig, was etwas anderes ist.
Am 17. November sind wir umgezogen, gut sechzig Kilometer nach Beisfjord bei Narvik. Wir hatten den Tag bewusst leer gelassen: auschecken, fahren, einchecken, mehr nicht.
Auf dem Weg liegt die Hålogalandsbrücke, die den Rombaksfjord überspannt, und dort haben wir doch angehalten. Es war der eine geplante Programmpunkt des Tages, und er hat gereicht. Abends waren wir trotzdem müde — von zwei Stunden Fahrt, was zeigt, wie sehr man sich an kurze Wege gewöhnt.
Beisfjord ist enger als Ballangen, das Tal steiler, der Fjord schmaler. Und näher an einer Stadt: Narvik liegt zehn Autominuten entfernt, mit Supermarkt, Tankstelle und der Seilbahn auf den Hausberg.
Am 20. November sind wir mit dem Narvikfjellet hochgefahren. Von oben sieht man die Stadt, den Ofotfjord und ein Frachtschiff, das gerade Erz lädt. Die Gipfel gegenüber leuchteten rosa, weil die Sonne um diese Zeit ohnehin nur noch knapp über den Horizont kommt. Wir waren gegen halb elf oben und um zwei wieder unten, da wurde es schon wieder dunkel.
Der einzige richtige Ausflug der zweiten Woche war der Polar Park bei Bardu am 25. November, hin und zurück rund hundert Kilometer. Das war ein voller Tag, und wir haben danach zwei Tage lang nichts weiter unternommen. Auch das war in Ordnung, weil wir die Zeit hatten.

Der Fluss im Tal hinter Beisfjord, zu Fuß erreichbar



Zwei Unterkünfte auf drei Wochen war genau richtig. Eine hätte auch funktioniert, aber der Wechsel hat der Reise eine Mitte gegeben — vorher und nachher, statt einer langen gleichförmigen Strecke.
Was wir unterschätzt hatten: wie viel angenehmer es ist, abends anzukommen und schon zu wissen, wo alles ist. Das klingt banal und ist im Winter der Unterschied zwischen einem Abend, der noch etwas hergibt, und einem, an dem man nur noch ins Bett will.
Was wir anders machen würden: den Umzug einen Tag früher legen. Wir sind am siebzehnten gefahren und hätten die zwei zusätzlichen Tage in Beisfjord gut gebrauchen können — dort lag mehr in Reichweite, als wir in neun Tagen geschafft haben.
Warum wir so planen — die Überlegung hinter dieser Reise.
Die gemessenen Tagesstrecken dieser Reise, verglichen mit der Finnmark.
Der ausführliche Bericht zur ersten Unterkunft.
Wenn du deine Winterreise mit festen Unterkünften und kurzen Ausflügen planen möchtest, kannst du unseren Reiseplaner als Ausgangspunkt nutzen.
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